Ein abermals packendes, dramatisches spusu-LIGA-Halbfinalspiel zwischen Sparkasse Schwaz Handball Tirol und ALPLA HC Hard brachte am Pfingstmontag die Entscheidung in der Best-of-three-Serie. Im ORF- und LAOLA1-Livematch gewannen die Vorarlberger in der Osthalle mit 34:33 nach Verlängerung und stehen somit im Finale. Für die Adler ist eine tolle Saison beendet.

Sparkasse Schwaz Handball Tirol und der ALPLA HC Hard stehen offenbar auf Überstunden – oder besser gesagt Überminuten. Als wäre ein Halbfinalthriller nicht schon genug gewesen, verlangte auch die zweite Partie am Montagabend in der Schwazer Osthalle den Akteuren auf dem Platz alles ab – vor 150 Zuschauern ging die Begegnung wieder über mehr als 60 Minuten, da Lukas Schweighofer den sechsfachen österreichischen Meister nach der Schlusssirene von der Siebenmeterlinie in die Verlängerung rettete. Da hatten die Harder wie schon am Donnerstag den längeren Atem, setzten sich nach diesmal 70 Minuten mit 34:33 durch und ziehen in die Finalserie 2020/21 ein. Dort wartet entweder der HC FIVERS WAT Margareten oder ERBER UHK Krems.

Wieder war es ein überaus intensiv geführtes, hart umkämpftes Match; von der ersten Minute an schenkten sich die Teams kaum einen Zentimeter. In den ersten rund 20 Minuten legte ALPLA Hard mehrfach vor; 3:2, 5:4 und 7:6 jeweils durch Luca Raschle, 8:7 durch Ivan Horvat. Doch die Adler blieben immer dran, ließen sich im Gegensatz zur ersten Partie nicht in Halbzeit eins abschütteln. Gerald Zeiner brachte seine Mannen mit 9:8 in Führung (18.), Richard Wöss erzielte das 10:9. Dann waren wieder die Vorarlberger am Zug, Boris Zivkovic machte das 13:11 (23.), Ivan Horvat aus einem Siebenmeter das 14:12 (26.). Der letzte Treffer in Hälfte eins gehörte HT-Kapitän Alexander Wanitschek – bei 14:15 aus Sicht der Hausherren wurden die Seiten gewechselt. Sparkasse Schwaz Handball Tirol kam mit viel Wucht aus der Pause, traf dreimal ohne Unterbrechung. Vor allem Petar Medic – letztlich zehnfacher Torschütze – drehte mächtig auf.

Die Tiroler waren nun obenauf, Hard musste reagieren und einem Rückstand nachlaufen. Die Osthalle brodelte, endlich war wieder richtige Handballatmosphäre in der Schwazer Heimstätte. Zwischen der 37. und 47. Minute musste Handball-Tirol-Keeper Aliaksei Kishou nur dreimal hinter sich greifen, die Adler stellten auf 26:21 und waren dem Entscheidungsspiel ganz nah. In der 51. Minute verloren die Harder dann noch Nejc Zmavc nach der dritten Zeitstrafe mit der roten Karte. Doch die roten Teufel bewiesen Moral, kämpften sich zurück. Der Tiroler Angriffswirbel ebbte etwas ab. ALPLA Hard verkürzte auf 25:26, ehe Richard Wöss das 27:25 gelang. Die Schlussphase wurde richtig heiß – und hektisch.

Sparkasse Schwaz HT lag mit 29:27 voran, dann kassierte Michael Miskovez eine Zeitstrafe; und Richard Wöss sah kurz darauf zudem noch die rote Karte. Lukas Schweighofer verwandelte den Strafwurf zum 28:29. Handball Tirol konnte in doppelter Unterzahl kein Tor mehr erzielen, mit der letzten Aktion in der regulären Spielzeit bekamen die Harder einen Siebenmeter zugesprochen; und Schweighofer blieb cool. Es ging also erneut in die Verlängerung, die Armin Hochleitner mit dem 30:29 eröffnete. Ivan Horvat glich aus, Petar Medic scorte das 31:30, abermals Horvat traf zum 31:31. Dann ging Hard jedoch durch Boris Zivkovic und Paul Schwärzler mit 33:31 in Führung. Petar Medic verkürzte. Die Adler stellten auf Manndeckung um, aber Lukas Schweighofer traf zum 34:32. Armin Hochleitners 33:34 kam zu spät, ALPLA Hard rettete den Vorsprung ins Ziel und jubelte nach einer dramatischen Partie in der Osthalle.

 

LAOLA1-VIDEOS ZUM SPIEL

Top-Tor: Petar Medic

Top-Save: Aliaksei Kishou

Highlights: Halbfinale, Teil 2

 

Stimmen:

Frank Bergemann (Trainer Sparkasse Schwaz Handball Tirol): „Bitterer kannst du nicht ausscheiden, zweimal in der Verlängerung zu scheitern, tut richtig weh. Wir waren nah dran, großes Kompliment an meine Mannschaft, was sie in diesen zwei Spielen geleistet hat. Heute haben wir vieles besser als noch am Donnerstag gemacht, hatten die Partie in der zweiten Hälfte lange gut im Griff. Wir können offenbar Rückstände aufholen, tun uns aber schwer damit, einen Vorsprung in so einer Partie zu verwalten. Wir haben uns für unseren Einsatz, unsere Moral leider nicht belohnen können.“

Alexander Wanitschek (Kapitän Sparkasse Schwaz Handball Tirol): „Wir müssen den Sack zumachen, führen plus vier zwölf Minuten vor dem Ende. Hard gelingt dann plötzlich alles, macht vier schnelle Tore und den Ausgleich nach Schlusspfiff. In der Verlängerung waren wir leider nicht abgebrüht genug. Wir haben trotzdem eine gute Saison gespielt, auch wenn das Ausscheiden bitter ist.“

Thomas Hurich (Torhüter ALPLA HC Hard): „Das waren zwei so unglaublich enge Spiele. In einer Verlängerung kann alles passieren, das ist reine Glückssache. Da haben in beiden Spielen nur Kleinigkeiten zwischen Handball Tirol und uns den Ausschlag gegeben – gut für uns, sehr bitter für die Tiroler. Wichtig war heute, dass wir trotz Fünf-Tore-Rückstand nie aufgegeben und immer an unsere Chance geglaubt haben.“

Boris Zivkovic (Spieler ALPLA HC Hard): „Wir sind mit dem Rücken zur Wand gestanden, haben über die Abwehr nochmals zurückgefunden und uns in die Verlängerung gerettet. Da hatten wir dann auch ein wenig Glück.“

 

spusu LIGA Halbfinale, Spiel 2

Sparkasse Schwaz Handball Tirol vs. ALPLA HC Hard

Ergebnis: 33:34 n. V. (29:29; 14:15)

Zuschauer: 150, Osthalle Schwaz

Tore HT: Medic (10), Hochleitner (5), Wöss (5), Miskovez (4), Spendier (3), Zeiner (3), Wanitschek (2), Huber (1)

Beste Torschützen Hard: Horvat (10), Zivkovic (7), Schweighofer (5), Raschle (4), Schmid D. (3)

Men of the Match: Sebastian Spendier (HT) bzw. Ivan Horvat (Hard)

Schiedsrichter: Vranes/Wenninger

 

Weiterführende Links:

Spielbericht                                 

HC Hard

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